Statistik der Lehrerausbildung – Zahlen, die Orientierung geben
In einer komplexen und vielfältigen Ausbildungslandschaft wie der Lehrerausbildung in Nordrhein-Westfalen ist verlässliche Datengrundlage ein entscheidender Faktor für Qualitätssicherung und Weiterentwicklung. Statistische Erhebungen und Auswertungen ermöglichen es, Entwicklungen zu erkennen, Bedarfe zu identifizieren und Maßnahmen gezielt zu steuern. Sie bilden damit eine tragende Säule einer evidenzbasierten Bildungspolitik und einer vorausschauenden Steuerung von Ausbildung und Prüfungswesen. Alle statistischen Daten werden dabei ausschließlich anonymisiert für die statistische Auswertung erfasst und ausgewertet. Personenbezogene Informationen werden nicht verarbeitet. Das LAQUILA stellt sicher, dass alle datenschutzrechtlichen Vorgaben konsequent eingehalten werden – für eine sichere und verantwortungsvolle Nutzung von Bildungsdaten.
Datenerhebung im LAQUILA – fundiert, systematisch, praxisnah
Das LAQUILA erhebt, verarbeitet und analysiert Daten rund um die Lehrerausbildung aus verschiedenen Quellen: Aus den Fachanwendungen LEA-ADELE und LEA-EVAII werden Informationen zu Ausbildungszahlen, Zuweisungen, Prüfungsergebnissen und Bestehensquoten gewonnen. Ergänzt werden diese durch Umfragedaten, beispielsweise aus der Evaluation von Qualifizierungsmaßnahmen wie dem Senior Mentoring oder Tagungen für neue Fachleitungen. Auch Rückmeldungen und Daten aus den Beratungsangeboten des LAQUILA fließen ein, etwa aus der Anerkennungsberatung oder den E-Government-Anwendungsfeldern.
Diese Daten werden nicht nur quantitativ erfasst, sondern auch qualitativ ausgewertet, um Trends, Herausforderungen und Optimierungspotenziale sichtbar zu machen. Damit entsteht ein aussagekräftiges Gesamtbild der Ausbildungssituation, das als Grundlage für Planungs-, Steuerungs- und Entwicklungsprozesse dient.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Erfassung der Anzahl der Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter, differenziert nach Lehrämtern, Schulformen, Studienfächern und Ausbildungseinrichtungen. Auf dieser Basis lassen sich Entwicklungen über Jahre hinweg nachvollziehen und regionale sowie fachliche Schwerpunkte identifizieren. Auch die Quote des Verteilverhältnisses von Lehramtsanwärterinnen und -anwäter pro Seminarausbilderin und -ausbilder spielt eine Rolle in der Erfassung.
Darüber hinaus wertet das Fachgebiet Bestehensquoten in der Staatsprüfung aus und liefert Hinweise zu Erfolgsverläufen in Abhängigkeit von Schulform, Fachkombination oder Qualifikationsweg. Besondere Aufmerksamkeit gilt den am häufigsten gewählten Unterrichtsfächern, um mögliche Über- oder Unterversorgungen frühzeitig zu erkennen.
Neben diesen grundlegenden Kennzahlen lassen sich weitere relevante Daten gewinnen, etwa:
- Wiederholungsquoten bei Prüfungen
- Verteilung von Erst- und Zweitfächern
- Altersstruktur der Lehramtsanwärter:innen
- Verläufe von Seiteneinstieg und berufsbegleitender Ausbildung
- regionale Unterschiede in der Prüfungsleistung oder Fachwahl
Mithilfe dieser Daten können Zusammenhänge sichtbar gemacht werden – etwa zwischen Prüfungsleistungen und Fachkombinationen, zwischen Schulformen und Ausbildungsaufkommen oder zwischen Einstellungsverhalten und Ausbildungskapazitäten.
Zahlen, die Wirkung entfalten – Statistik als Instrument der Qualitätssicherung
Die Auswertung und gezielte Interpretation dieser Daten hat ein klares Ziel: die kontinuierliche Verbesserung der Lehrerausbildung in allen Phasen. Die statistischen Erkenntnisse des LAQUILA fließen in strategische Entscheidungen des Ministeriums für Schule und Bildung ein, dienen den ZfsL zur Standortbestimmung und ermöglichen es, Veränderungsbedarfe frühzeitig zu erkennen – sei es in der Prüfungsdurchführung, in der Betreuung von Seiteneinsteigenden oder in der Kapazitätsplanung.
Durch diese datenbasierte Qualitätssicherung übernimmt das LAQUILA eine zentrale Steuerungsfunktion in der Lehrerbildung des Landes – transparent, zielgerichtet und im Dienst einer starken Bildungslandschaft.
Das LAQUILA bündelt Staatsprüfung und Informationstechnik, Verwaltung, um so mittels datenbankgestützte Fachanwendungen die Erfassung von prüfungs- und ausbildungsrelevanter Informationen, um einen sicheren und medienbruchfreien Datenaustausch mit den Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL) und weiteren Bildungseinrichtungen zu ermöglichen.
Digitalisierung wird nur Erfolgreich durch die konsequente Umsetzung von Maßnahmen zur Informationssicherheit den Schutz sensibler personenbezogener Daten. Daher stellt das LAQUILA sicher, dass alle Verarbeitungsvorgänge den Anforderungen des Datenschutzes und der Datensparsamkeit entsprechen – insbesondere bei statistischen Daten, die als Grundlage für bildungspolitische Entscheidungen dienen.
Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Statistik und IT wird eine verlässliche, rechtssichere und zukunftsfähige Dateninfrastruktur geschaffen, die eine präzise und dynamische Auswertung komplexer Zusammenhänge in der Lehrerausbildung ermöglicht.