Was ist das Praxissemester und PVP?
Das Praxissemester ist ein zentraler Bestandteil des Master of Education-Studiums in Nordrhein-Westfalen und markiert für angehende Lehrkräfte einen wichtigen Schritt auf dem Weg in den Lehrerberuf. Es ist gesetzlich verankert (§ 12 LABG, 2010/Runderlass 2012) und seit dem Sommersemester 2015 verbindlich an allen lehrerausbildenden Hochschulen organisiert. Es ist integraler Teil der der ersten Ühase der Lehrerausbildung – also Teil des Hochschulstudiums – und verbindet theoretisches Wissen mit intensiver Praxiserfahrung an einer Schule.
Über einen Zeitraum von fünf Monaten sammeln die Studierenden systematisch Erfahrungen im Unterrichtsgeschehen und im schulischen Alltag. Sie hospitieren, planen und führen eigene Unterrichtseinheiten durch und reflektieren ihr pädagogisches Handeln mit Blick auf die Anforderungen des Lehrerberufs. Ziel ist es, die im Studium erworbenen fachlichen, fachdidaktischen und pädagogischen Kompetenzen anzuwenden und weiterzuentwickeln.
Ziele, Grundstruktur und Organisation
Das Praxissemester wird sowohl von der Hochschule als auch von einem Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL) begleitet. Die ZfsL übernehmen dabei eine zentrale Rolle: Sie bieten begleitende Seminare an, beraten die Studierenden, besuchen ihren Unterricht und unterstützen bei der Unterrichtsreflexion. Die Zusammenarbeit zwischen Hochschule, ZfsL und Schule stellt sicher, dass die theoretischen Inhalte des Studiums mit der schulischen Praxis verknüpft werden – und dass die Studierenden eine enge, individuelle Begleitung erhalten.
Besonders wertvoll ist dabei, dass die ZfsL bereits die Einrichtungen sind, in denen später auch der Vorbereitungsdienst absolviert wird. Das Praxissemester ermöglicht also nicht nur Einblicke in den Beruf der Lehrkraft, sondern auch in die zweite Phase der Lehrerausbildung und das dort etablierte System der schulpraktischen Begleitung und Prüfung.
Ziele sind somit:
- Verzahnung von Theorie & Praxis: Studierende sammeln über mehrere Monate schulpraktische Erfahrungen unter begleitender Betreuung durch Universität, ZfsL und Schule.
- Vorbereitung auf Schule & Referendariat: Entwicklung professioneller Handlungskompetenzen, Selbstreflexion und schulformspezifische Unterrichtserfahrung.
- Forschendes Lernen: Studierende führen eigenständige Studienprojekte durch, reflektieren ihr Handeln auf Grundlage theoretischer Konzepte.
Das Praxissemester schließt mit verschiedenen universitären Leistungsnachweisen ab – häufig in Form von schriftlichen Reflexionen oder Portfolios –, in denen die persönliche und professionelle Entwicklung dokumentiert und reflektiert wird. Damit leistet das Praxissemester einen wichtigen Beitrag zur Vorbereitung auf den späteren Schuldienst und bildet eine Brücke zwischen Studium und Beruf.
Dabei ist das Praxissemester in fester Form organisiert:
- Rahmen: Dauer meist ein komplettes Schulhalbjahr (Februar oder September–Juli)
- Praxissemester findet statt an drei Lernorten:
- Universität – Vorbereitungs- und Begleitseminare, Modulabschlussprüfung
- ZfsL – Fachliche Begleitung, Feedback, Bilanz- und Perspektivgespräche
- Schule – Praktische Unterrichtserfahrung, Hospitation, Mentoring durch Ausbildungslehrkräfte
PVP – Portal zur Vergabe von Praktikumsplätzen
Das PVP-Portal ist das zentrale digital unterstützte Vergabesystem für Praxissemesterplätze in NRW – entwickelt und betrieben mit Beteiligung des LAQUILA.
Beteiligte Institutionen
- Schulen: Inserieren Praktikumsplätze, dokumentieren Verfügbarkeiten
- ZfsL: Koordinieren Verteilung, Verwaltung, Betreuung
- Hochschulen/Studierende: Auswahl, Bewerbung und Zuweisung von Plätzen
Zugangsvoraussetzungen
- Anmeldung über das Bildungsportal NRW (Schulverwaltungsbereich)
- Passwortverwaltung im Portal – bei Problemen: „Passwort vergessen“-Funktion oder PVP-Helpline
Die Inhalte des Praxissemesters
- Unbenotetes Unterrichtshandeln: Studierende dürfen im schulischen Umfeld ausprobieren und erhalten individuelles Feedback
- Studienprojekt: Fächer- oder bildungswissenschaftlich ausgerichtetes Projekt mit einschneidenden Reflexionsteilen; fließt in die Note ein
- Abschlussgespräch & Prüfungen: Bilanzgespräch in der Schule und Abschlussprüfung an der Hochschule – meist schriftlich-mündlich